Kristallisationskontrolle

Das Zusammenspiel der Parameter bei dem Faulprozess wird bereits unter dem Stichwort: Schlammentwässerung beschrieben. Das vorliegende HCO3 – Puffersystem erzeugt in der Regel einen pH-Wert um 7. In Verbindung mit dem entstehenden NH4 – Ion liegt jedoch ein recht instabiler Puffer vor. Scherbelastungen und Temperaturveränderungen führen zum Zerfall des Puffersystems und zum pH-Anstieg. Die vorliegenden schwer löslichen Salze weisen individuell unterschiedliche, kritische pH – Grenzwerte zur Ausfällung auf und somit kommt es häufig zur Bildung von Ablagerungen in Pumpen und Rohrleitungen. Die häufigsten Kristallarten sind in den unteren Bildern aufgezeigt:

Eisen III Phosphat in Verbindung mit Kalkablagerungen

Vivianit (Eisen II Phosphat)

Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP oder Struvit)

Kalk (Calciumkarbonat)

Die Laboranalyse

Die Laboranalyse bringt Klarheit über die Art der Kristallisation. Technische- und wirtschaftliche Gegebenheiten entscheiden über die zu ergreifende Maßnahme. Es können sowohl Chemikalien zu Verhinderung von Kristallisationen eingesetzt werden, als auch Maßnahmen zur gezielten Ausfällung ergriffen werden. Die gezielte Fällung von Phosphor wird aktuell diskutiert und ist auch im Kapitel Phosphorrückgewinnung beschrieben.

Eine bereits vor Jahren entwickelte Labormethode gibt sehr zuverlässig Auskunft über das Kristallisationspotential. Mit dem“ Capillary-Blocking-Test“ können folgende Prüfungen durchgeführt werden:

  • Der kritische pH-Wert bei dem eine Ausfällung einsetzt
  • Die Prüfung der Wirksamkeit von Kristallisationsverhinderern (Anti-Scaling-Produkten)
  • Die notwendige Dosierung der Chemikalien

Diese Prüfung kann mit allen wässrigen System durchgeführt werden und findet in kommunalen Klärwerken, in Biofermentern (Percolaten), in der Papierindustrie und anderen Bereichen Anwendung.

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